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Staatsversagen: Politiker stellten Airline-Interessen vor Fluggast-Rechte

Der EU-Rechnungshof stellt die EU-Länder an den Pranger, weil sie in der Coronakrise Milliarden Euro Steuergelder an die Airlines vergaben, aber die Rechte der Flugpassagiere missachteten. Folge dieses Staatsversagens: Die Airlines hebelten für Millionen Fluggäste das Recht auf Rückzahlung des Flugpreises aus. Ein Vorgehen, das auch das Verbraucherportal für Fluggastrechte Flightright scharf kritisiert. Und nicht nur das. Sie erweiterten in Folge dieses Fehlverhaltens ihren Service um die Dienstleistung „Ticketpreisrückerstattung“ und konnten damit bereits die Ansprüche von mehreren 10.000 Kunden durchsetzen. 

Für Philipp Kadelbach, Gründer von Flightright, bestätigt der Rechnungshof die Unverfrorenheit der Airlines angesichts der erhaltenen Staatshilfen in Milliardenhöhe. Sie wurden mit Steuergeldern gefördert und haben gleichzeitig „das Recht der Verbraucher mit Füßen getreten“, so Kadelbach. Denn anstatt ihrer Pflicht nachzukommen, den Passagieren die Ticketpreise für annullierte Flüge innerhalb weniger Tage zu erstatten, verschleppten die Airlines die Erstattung bzw. zwangen sie die Fluggäste, Gutscheine zu akzeptieren. „Indem das Geld auf dem Konto der Airlines blieb, wurden die Passagiere zu unfreiwilligen Kreditgebern“, kritisiert der Rechtsexperte.

Ein weiteres Problem in den Augen des Rechtsanwalts war, dass die Gutscheine meist nicht gegen Insolvenzen der Airlines abgesichert sind. „Im Ernstfall kann man also sein Geld komplett verlieren.“ Für Kadelbach ist es unverständlich, dass die EU-Staaten trotz Kritik an dem gesetzlosen Verhalten vom Staat „nicht wirklich hart gegen Airlines vorgegangen sind, die monatelang nicht zahlten bzw. ihre Fluggäste mit Tricks zur Annahme eines Gutscheins drängten.“

Kadelbach hofft, dass die Verantwortlichen daraus ihre Lehren ziehen. Denn Airlines „treten Fluggastrechte immer wieder mit Füßen, das ist sozusagen Teil ihrer DNA.“ Deshalb trat er vor 11 Jahren auch an, mit dem Verbraucherportal die Rechtsverstöße der Airlines zu beheben. Mit Erfolg. Allein durch den Service „Ticketpreisrückerstattung“ setzte Flightright die Ticketpreiserstattungsansprüche bereits für mehrere 10.000 Kunden durch.

Und für diesen Reisesommer arbeitet das Verbraucherportal an einem ganz neuen Service, um sich den stetig verändernden Gegebenheiten anzupassen. Dieser Service wird die Rechtssicherheit der Fluggäste garantieren. Die Airlines tun das nicht.

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