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Anschlussflug wegen Verspätung verpasst

Lange Zeit gingen Fluggäste leer aus, wenn sie unverschuldet ihren Anschlussflug aufgrund eines verspäteten Zubringerfluges verpasst hatten. Mit der Entscheidung des Landgerichts Berlin und des BGH hat sich das geändert: Ist der erste Flug verspätet und verpasst der Reisende deshalb den Anschlussflug, hat er Anspruch auf finanzielle Entschädigung. Dieses Urteil ist eines von vielen Entscheidungen zu der seit 2005 geltenden EU-Verordnung für Fluggastrechte.

Anschlussflug durch verspäteten Zubringer verpasst

Was steht mir bei einem verpassten Anschlussflug zu?

  • 250 bis 600€ Entschädigung pro Person
  • Ab 3 Stunden Verspätung am Endziel
  • Gilt auch wenn der Anschlussflug von einer anderen Airline durchgeführt wurde, wenn der Flugschein für beide Teilstrecken gültig ist
  • Snacks und Getränken stehen Fluggästen bereits ab 2 Stunden zu
  • Ihre Rechte beruhen auf der EU-Fluggastrechte-Verordnung 261/2004
  • Außergewöhnliche Umstände befreien Fluggesellschaften von Entschädigungsansprüchen
  • Auch bei Pauschalreisen steht Ihnen eine Entschädigung zu

Was muss ich bei einem verpassten Anschlussflug tun?

  • Lassen Sie sich die Annullierung oder Verspätung und deren Grund von der Fluggesellschaft schriftlich bestätigen
  • Sammeln Sie Beweise: Fotos, Belege von Ihren Ausgaben, Tickets, Gutschein
  • Kontaktdaten mit anderen Reisenden austauschen
  • Bestehen Sie auf Ihre Versorgungsleistungen am Flughafen
  • Prüfen Sie mit unserem Service, ob Sie Anspruch auf Entschädigung haben
  • Nutzen Sie unsere Rechtsexpertise: Wir holen Ihnen Ihr Geld zurück

Verspätung bei Zubringerflügen - Das Recht auf Ausgleichszahlung

Durch diverse gerichtliche Entscheidungen wurden die Rechte der Verbraucher gestärkt. Sowohl der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg urteilte verbraucherfreundlich, als auch der BGH: Passagiere können auch bei größeren Verspätungen von mehrteiligen Flügen eine Entschädigung erhalten. Diese Ausgleichszahlungen sind gestaffelt und bewegen sich zwischen 250 und 600 Euro. Maßgeblich für das Recht auf eine Ausgleichszahlung ist die Verspätung am Zielort und nicht die eines der Teilflüge, so der Bundesgerichtshof (Az.X ZR 127/11). Erreichen Passagiere ihren Anschlussflug nicht mehr und kommen am Zielflughafen mehr als drei Stunden verspätet an, haben sie Anspruch auf Entschädigung.

Im konkreten Fall urteilten die BGH-Richter zugunsten der Klägerin, die für sich und einen Mitreisenden je 600 Euro Entschädigung von der spanischen Fluglinie Iberia für eine Flugreise von Berlin über Madrid nach Costa Rica eingefordert hatte. Der Start des ersten Fluges auf der europäischen Teilstrecke von Berlin nach Madrid erfolgte mit einer eineinhalbstündigen Verspätung, sodass die Reisenden den Anschlussflug nach San José nicht mehr erreichten. Das Boarding war bereits beendet. So wurden die beiden Fluggäste erst am nächsten Tag nach Costa Rica befördert. Sie erreichten Ihr Urlaubsziel erst einen Tag später - ein ganzer Urlaubstag war verloren gegangen. Bevor der BGH im Sinne der Verbraucher positiv entschied, legte er diesen Fall dem EuGH vor. Das deutsche Gericht wollte wissen, ob auch in dieser Konstellation die europäische Fluggastrechte-Verordnung gelte. Der EuGH bestätigte dies und konkretisierte damit das EU-Verbraucherrecht.

Zwei Flüge, unterschiedliche Airlines - Pech gehabt?

Nein, so entschied das Landgericht Berlin (Az.: 54 S 22/13). Auch wenn Fluggäste Ihren Anschlussflug verpassen, weil der erste Flug verspätet war, gibt es eine Entschädigung. Und zwar völlig unabhängig davon, ob beide Flüge von derselben Airline durchgeführt wurden oder nicht. In dem beim Landgericht Berlin verhandelten Fall hatte der Kläger einen Flug von Berlin über Frankfurt nach Havanna gebucht. Schon der Flug nach Frankfurt hatte eine einstündige Verspätung, weshalb der Passagier seinen Anschlussflug nach Kuba nicht mehr rechtzeitig erwischte und erst am nächsten Tag weiterfliegen konnte. Dafür verlangte er 600 Euro Entschädigung von der Fluggesellschaft. Diese blockte ab - schließlich habe sie nur den ersten Teilflug durchgeführt und dieser habe nur eine einstündige - und nicht die für eine Entschädigung notwendige über dreistündige - Verspätung gehabt. Zudem sei der Flug nach Havanna von einer anderen Airline durchgeführt worden.

Das Gericht entschied verbraucherfreundlich. Entscheidend sei, dass der Fluggast beide Flüge einheitlich gebucht habe und auch entsprechend abgefertigt wurde. Erkennbar war das zum Beispiel daran, dass er nur einen Flugschein über beide Teilstrecken erhalten hatte. So sei auch für die Fluggesellschaft klar gewesen, dass der von ihr durchgeführte Flug nur eine Teilstrecke war. Eine Fluggesellschaft muss eine Entschädigung für gestrichene Flüge auf der Grundlage der gesamten Flugbuchung und nicht nur für den Zubringerflug zahlen, d.h. fällt ein Zubringerflug aus, muss die Airline auch den verpassten Anschlussflug entschädigen.

Ab wann gibt es Entschädigung?

Ob Fluggäste entschädigt werden müssen, hängt von der Verspätung ab. Bei Flugreisen mit mehreren Teilstrecken ist dies nicht die Startverzögerung, also die Verspätung bei Abflug, sondern die am Reiseziel. Kommen Fluggäste erst über drei Stunden später an Ihrem Zielflughafen an, haben sie vollen Anspruch auf pauschale Ausgleichzahlung.

Für eine Flugstrecke kleiner als 1500 km beträgt sie 250 Euro, bis 3500 km sind es 400 Euro und bei Flugstrecken über 3500 km sind es 600 Euro.

Kernsatz des Urteils: Für die Höhe der maximalen Entschädigung ist nicht die Entfernung zum Zielort des annullierten Zubringerflugs, sondern bei direkten Anschlussflügen auch die weiteren Zielorte zu berücksichtigen, an denen der Fluggast infolge der Annullierung verspätet ankommt. Dies ergibt sich schon aus Artikel 7 der Fluggastrechteverordnung: "Bei der Ermittlung der Entfernung wird der letzte Zielort zugrunde gelegt, an dem der Fluggast infolge der Nichtbeförderung oder der Annullierung später als zur planmäßigen Ankunftszeit ankommt".

Voraussetzungen für meine Entschädigung

Wie bereits beschrieben, ist es nicht relevant, ob der Anschlussflug selbst verspätet startet. Wichtig ist jedoch, dass der Zubringerflug selbst noch der Fluggastrechteverordnung unterliegt. Dafür muss mindestens der Start oder die Landung auf einem Flughafen der EU erfolgen. Bei letzterem muss die betroffene Fluggesellschaft zudem ihren Sitz in der EU haben. Auch bei einem verpassten Anschlussflug ist es egal, ob Sie ein Individualreisender oder Pauschalreisender sind, einen Billigflieger genommen haben oder Dienstreisender oder ein zahlendes Kind sind.

Wichtig: Es spielt keine Rolle, ob die Airline Ihnen bereits Verpflegungs- oder Reisegutscheine gegeben hat. Ihnen steht trotzdem eine Ausgleichszahlung zu.

Wie komme ich zu meiner Entschädigung?

Auch wenn Fluggäste unter dem Schutz der EU-Verordnung stehen, weigern sich dennoch viele Airlines Ausgleichszahlungen zu erbringen, manchmal sogar einfachste Versorgungsleistungen. Viele Airlines informieren die Fluggäste nicht über ihre Rechte, und bei Nachfragen oder Forderungen blocken sie berechtigte Ansprüche ab. Das lässt viele Fluggäste verzweifeln. Die bis zu 600 Euro Entschädigungssumme bleibt unerreichbar. Code-Sharing Flüge stellen hierbei ein besonderes Hindernis dar. Hier gilt: die Ansprüche müssen bei der Airline, die auch wirklich den Flug ausgeführt hat bzw. hätte und nicht bei der Gesellschaft, mit der Sie den Beförderungsvertrag geschlossen haben, durchgesetzt werden. Bei Code-Sharing Flügen sind diese nämlich nicht identisch. Doch auch hier ist es oft schwierig als Laie gegenüber den Airlines zu argumentieren.

Erst mit der Hilfe von Flightright kommen viele Passagiere zu ihrem Recht. Tricks , Verzögerungstaktiken und Ausreden der Airlines haben bei uns keine Chance. Wir prüfen kostenlos Ihren verspäteten Flug und setzen Ihre Ansprüche durch. Passagiere können drei Jahre später noch ihre Forderungen geltend machen. Die 3 Jahre werden ab dem Ende des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist, gerechnet. Geben Sie Ihre Flugdaten in den kostenlosen Entschädigungsrechner ein. Sie erfahren sofort, ob Ihnen eine Entschädigung zusteht.

Anspruch in 2 Minuten prüfen

Was mache ich, wenn mein Anschlussflug weg ist?

Wenn Passagiere alle Teilstrecken bei einer Fluggesellschaft gebucht haben, ist ganz klar das die Airline muss sie mit Essen und Getränken versorgen und für eine schnellstmögliche Ersatzbeförderung sorgen muss. Haben Fluggäste aber beide Teilstrecken separat bei verschiedenen Airlines gebucht und die erste Airline hat eine Verspätung, haben sie leider Pech, wenn sie ihren Anschluss verpassen. Keine der beiden Airlines muss sie dann auf ihrer Zwischenstation betreuen. Außerdem kann es passieren, das - je nach Buchungsklasse - das Ticket für den Anschlussflug verfällt.

Probleme beim Umsteigen vermeiden

Die oben erwähnten Beispiele zeigen, dass es am einfachsten ist, den kompletten Flug bei einer Gesellschaft oder einem Airline-Verbund zu buchen. Ist der erste Flieger nur geringfügig verspätet, lässt die Fluggesellschaft den Anschlussflieger eventuell noch ein paar Minuten länger warteb. Oder die Passagiere werden auf spätere Flüge umgebucht. Die Versorgung in der “Zwischenstation” ist in jedem Fall gesichert.

Versorgungsleistungen bei verpasstem Anschlussflug

Habe ich Anspruch auf Betreuungsleistungen

Wenn Sie sehr lange auf Ihren Anschlussflug warten, muss Sie die Airline versorgen (laut EU-Fluggastrechte-Verordnung). Ganz egal, ob Ihnen auch eine Entschädigung zusteht oder außergewöhnliche Umstände vorliegen. Wichtig ist nur, dass Sie die Teilflüge einheitlich gebucht haben.

Ihnen stehen zu:

ab 2 h Wartezeit Flüge bis 1500 km Kostenlose Getränke, Mahlzeiten und zwei Telefonate, E-Mails oder Fax
ab 3 h Wartezeit Flüge 1500 - 3500 km Kostenlose Getränke, Mahlzeiten und zwei Telefonate, E-Mails oder Fax
ab 4 h Wartezeit Flüge ab 3500 km Kostenlose Getränke, Mahlzeiten und zwei Telefonate, E-Mails oder Fax
ab 5 h Wartezeit alle Flüge Sie können vom Beförderungsvertrag zurücktreten und sich den Flugpreis zurückerstatten lassen.
Flug auf nächsten Tag verschoben alle Flüge Übernachtung im Hotel und Transfer

Egal, wie viel Ihr Flug gekostet hat, auch Flugreisender mit Billigfliegern sind Sie durch die EU-Verordnung geschützt und damit entschädigungsberechtigt.

Ausnahme Außergewöhnliche Umstände

Keine Entschädigungspflicht haben Airlines bei außergewöhnlichen Umständen, zum Beispiel

  • Streiks
  • Wetter: heftiger Schneefall, Sturm, Eisregen, Aschewolke
  • Vogelschlag
  • Sperrung des Luftraums und Terrorgefahr

Dies ist in der EU-Fluggastrechte-Verordnung festgeschrieben: "Ein ausführendes Luftfahrtunternehmen ist nicht verpflichtet, Ausgleichszahlungen zu leisten, wenn es nachweisen kann, dass die Annullierung auf außergewöhnliche Umstände zurückgeht, die sich auch dann nicht hätten vermeiden lassen, wenn alle zumutbaren Maßnahmen ergriffen worden wären. Die Beweislast dafür, ob und wann der Fluggast über die Annullierung des Fluges unterrichtet wurde, trägt das ausführende Luftfahrtunternehmen.

Checkliste: Dann steht Ihnen Geld zu

Eine Ausgleichszahlung gemäß EU-Recht erhalten Sie nur, wenn diese Punkte erfüllt sind:

  • 3 Stunden verspätet am Endziel
  • Flug liegt maximal 3 Jahre zurück
  • Start auf EU-Flughafen oder Landung auf EU-Flughafen (Airline sitzt in der EU)
  • Bestätigte Buchung und Ticket
  • kein kostenloser/reduzierter Tarif, der für die Öffentlichkeit nicht verfügbar ist
  • keine außergewöhnlichen Umstände
  • pünktlich zur Abfertigung am Check-in (beim ersten Teilflug)
Anspruch in 2 Minuten prüfen
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