Tipps für umweltfreundliches Fliegen

  • 24 Mai 2022
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Das Flugzeug ist wohl eine der größten Erfindungen der Menschheit. Schließlich erlauben uns die fliegenden Transportmittel, innerhalb kürzester Zeit auch Langstrecken zurückzulegen. Insbesondere die Reise über die großen Ozeane der Erde waren vor ein paar Jahrzehnten noch für „Normalsterbliche” nur mit dem Schiff möglich. Hier war man zum Teil wochenlang unterwegs bis man endlich am Ziel ankam. Doch so komfortabel und zeitsparend Fliegen auch sein mag, es hat natürlich auch seine Schattenseiten. Schließlich gilt es als überaus umweltschädlich. So werden im Schnitt bei einem Passagierflugzeug rund vier Liter Kerosin pro Passagier:in auf 100 km Distanz zurückgelegt. 

Bei Langstreckenflügen kann dies zu einer gigantischen CO₂-Belastung führen. Doch manch einer kann auf Flüge nicht verzichten. Häufig stehen dahinter berufliche Gründe. Wenn man in diesem Fall auf einen allzu großen ökologischen Fußabdruck verzichten möchte, kann man heutzutage auch nachhaltig fliegen. Dies gelingt in der Regel durch einen Ausgleich der entstandenen Umweltverschmutzung. Welche Möglichkeiten es dabei gibt, wollen wir heute einmal unter die Lupe nehmen. 

Wie schlimm ist Fliegen für die Umwelt?

Der Flugverkehr hat in den vergangenen Jahrzehnten immens zugenommen. Die schiere Masse an Passagierflügen, die tagtäglich durch die Lüfte fliegen, macht auch deutlich, dass das Reisen mit dem Flugzeug immer günstiger wird. Natürlich greifen Reisewillige bevorzugt zum Flugticket, wenn sie eine lange Strecke zurücklegen müssen. Schließlich lassen sich damit wertvolle Stunden sparen, die man lieber am Urlaubsziel verbringen möchte. Doch wie schlimm ist das Fliegen mit dem Flugzeug denn eigentlich wirklich für die Umwelt? Wie so oft hilft auch hier ein Blick in die Statistik. Expert:innen zufolge soll der touristische Flugverkehr in etwa fünf Prozent der weltweiten CO₂-Belastung verursachen. Auf den ersten Blick mag das nicht nach viel klingen. 

Allerdings muss man hier genauer hinsehen. Global gesehen ist Fliegen nach wie vor ein Luxus-Reisemittel, das sich keineswegs jede:r Erdenbürger:in leisten kann. Nur etwa elf Prozent der weltweiten Bevölkerung kommt im Jahr in den Genuss, mit einem Flugzeug reisen zu dürfen. Würden folglich alle Menschen mindestens einmal im Jahr mit dem Flugzeug fliegen, könnte dies die Treibhausgas-Belastung verzehnfachen. Erstaunlicherweise muss man dabei große Unterschiede zwischen den Fluggästen machen. Da nämlich Passagier:innen in der First- oder Business-Class mehr Platz im Flugzeug einnehmen, stellen Sie auch eine größere Belastung für die Umwelt dar. 

Ist ein Flugzeug umweltfreundlicher als ein Auto?

Doch ist der schlechte Ruf des Flugzeugs tatsächlich berechtigt? Sind Vielflieger derartige Umweltsünder? Wir haben genauer hingesehen und wollten das Flugzeug einmal mit dem Auto vergleichen. Welches Gefährt ist schädlicher für die Umwelt? Dies hat das Umweltbundesamt unter die Lupe genommen. Dabei hat die Behörde ein Beispiel genauer betrachtet. So warfen die Zuständigen einen Blick auf den typischen Flug von Deutschland auf die traumhaften Malediven. Laut Rechnung der Behörde verursacht ein durchschnittlicher Passagier auf dem Flug mit einer Distanz von 16.000 km die stolze Menge von fünf Tonnen CO₂. Um einen Vergleich anzustellen, haben die Behördenmitarbeiter verglichen wie viele Kilometer mit fünf Tonnen CO₂-Ausstoß bei einem durchschnittlichen Auto mit Verbrennermotor möglich wären. Das Ergebnis ist verblüffend und macht klar, dass das Flugzeug um einiges schädlicher ist als ein Auto. 

So kann man bei gleicher Umweltbelastung knappe 25.000 km mit einem PKW zurücklegen. Der gemeinnützige Verein Germanwatch hat dies mit einer eigenen Untersuchung noch unterstrichen. So haben die Mitarbeiter:innen klargestellt, dass ein Mittelstreckenflug nach Teneriffa und zurück der Umweltbelastung von einem Jahr Autofahren entspricht. Einen Vergleich zu modernen Elektroautos mag man gar nicht erst anstellen. Wenn man diese mit Strom aus erneuerbaren Energien versorgt, stellen sie zumindest im laufenden Betrieb keinerlei Belastung für die Umwelt dar. Dennoch ist es für viele alternativlos, das Flugzeug als Transportmittel zu nutzen. Im Zuge dessen sollte man nach Wegen suchen, das Fliegen umweltfreundlich und nachhaltig zu gestalten.

Kann man umweltfreundlich Fliegen?

Selbstverständlich wäre es wohl am einfachsten, wenn man sich selbst zur Aufgabe machen würde, nie wieder zu fliegen. Aber wer möchte das schon? In uns allen steckt ein gewisser Entdeckergeist, der jeden noch so kleinen Winkel der Erde erkunden möchte. Und das ist auch wichtig! Schließlich dient Reisen schlussendlich auch der beidseitigen Völkerverständigung. Reist man nämlich in entlegene Gegenden des Globus, kann man häufig nicht nur auf wunderschöne Naturphänomene oder Sehenswürdigkeiten treffen. Obendrein ermöglicht uns das Reisen auch das Kennenlernen anderer Kulturen. Viel wichtiger ist also die Frage danach, wie man Fliegen nachhaltiger machen kann. Hierfür haben wir einmal ein paar Tipps zusammengestellt, die deutlich machen, dass man auch ohne schlechtes Gewissen in ein Flugzeug steigen kann.

Wie kann ich Klimaneutral fliegen?

Mit einigen wenigen Verhaltensregeln können auch Sie dafür sorgen, dass Ihre Flugreise nicht allzu sehr auf Kosten nachfolgender Generationen geht. 

  • Economy-Class genügt

Wer schon einmal einen Langstreckenflug in der Economy-Class hinter sich gebracht hat weiß, dass dies mit steigender Reisedauer zu einer echten Geduldsprobe für Körper und Geist werden kann. Insbesondere die limitierte Beinfreiheit sorgt bei vielen dafür, dass sie die Minuten bis zur Landung regelrecht zählen. Wer das nötige Kleingeld hat oder ein gutes Angebot findet, greift deshalb lieber zu einem Platz in der Business- oder gar First-class. Hier sollten Sie der Umwelt zuliebe ein geringes Platzangebot bevorzugen und zum Ticket für die Economy-Class greifen. Der Grund hierfür liegt auf der Hand. Da ein Sitzplatz in der Business-Class in etwa soviel Platz einnimmt wie zwei Plätze in der Economy-Class, steigt natürlich auch der CO₂-Ausstoß, den Sie mit einem Flug zumindest indirekt an die Umwelt abgeben. In der First-class liegt der Faktor sogar bei Drei. 

  • CO₂-Ausgleich

Egal, ob nun Economy-, Business- oder First-class. Für die Umwelt ist es mal mehr, mal weniger eine hohe Belastung. Doch diese lässt sich auch ausgleichen. Mittlerweile gibt es nämlich einige Portale, die sich zur Aufgabe gemacht haben, Ihre Flüge zu kompensieren. Natürlich sorgt das nicht dafür, dass der ökologische Fußabdruck sofort verkleinert wird. Dennoch kann man sich hier ein gutes Gewissen verschaffen, da man etwas Gutes für die Umwelt getan hat. Bei Anbieter:innen wie myclimate lassen sich beispielsweise wertvolle Umweltschutzprojekte finanziell unterstützen. So lassen sich die geflogenen Kilometer mit dem Flugzeug wieder etwas entschärfen.  

  • Weniger ist mehr

Um nicht nur das Packen so entspannt wie möglich zu gestalten, sondern auch etwas Gutes für die Umwelt zu tun, kann man auf unnötiges Gepäck verzichten. Schließlich sorgt jedes zusätzliche Kilogramm an Bord eines Flugzeugs auch für einen entsprechend höheren Treibstoffverbrauch. Wenn möglich schaffen Sie es ja vielleicht sogar, das Nötigste in Ihrem Handgepäck unterzubringen. Dann können Sie sich nicht nur sicher sein, die Umwelt ein stück weit weniger zu belasten. Obendrein gestaltet sich eine Reise ohne großen Koffer in der Regel entspannter. 

  • Mit der richtigen Airline fliegen

Auch beim Thema Umweltverschmutzung muss man festhalten, dass Airline nicht gleich Airline ist. Ganz im Gegenteil. Insbesondere die Wahl des Flugzeugtyps kann einen erheblichen Einfluss darauf haben, wie viel Treibstoff in die Atmosphäre gelangt. Dementsprechend weisen manche Airlines trotz gleicher Reiseroute zum Teil deutliche Unterschiede bei der Belastung des Ökosystems auf. In der Regel sind es moderne Maschinen, die auf effizientere Motoren setzen und damit auf den Kilometer gerechnet weniger Kerosin verbrauchen. Doch nicht nur der Flugzeugtyp selbst, sondern auch die Sitzplatzanordnung im Innenraum ist von großer Bedeutung. Auch wenn es bequem sein mag, bedeutet eine große Beinfreiheit auch immer einen höheren CO₂-Ausstoß pro Passagier:in.  

Sollte man der Umwelt zuliebe auf das Fliegen verzichten?

Die negativen Folgen auf die Umwelt können einem schnell die Lust am Fliegen nehmen. Doch sollte man deshalb auf Flugreisen verzichten? Wir denken, dass man nicht pauschal auf das Fliegen verzichten muss. Allerdings spricht nichts dagegen, sich ein wenig einzuschränken. Schließlich nimmt man der Umwelt zuliebe gerne auch einmal das Fahrrad zum Bäcker um die Ecke, anstelle ins Auto zu steigen. Eine ähnliche Denkweise kann auch beim Thema Fliegen nicht schaden. So sollte man nach Möglichkeit auf Kurzstreckenflüge innerhalb Deutschlands verzichten, wenn kein Zeitdruck herrschen sollte. Hier ist ein Zug definitiv die umweltfreundliche Alternative. Bei Fernreisen ist das Flugzeug hingegen nahezu alternativlos. Um fremde Kulturen kennenlernen zu können kann man dies bei gleichzeitiger Kompensation und dem Beachten unserer sonstigen Tipps durchaus in Kauf nehmen. 

Sind Direktflüge umweltfreundlicher?

Wer seine Reiseroute etwas weniger umweltschädlich planen möchte, sollte nach Möglichkeit auf Direktflüge oder Nonstopflüge setzen. Der Grund hierfür liegt auf der Hand. Um ein viele Tonnen schweres Flugzeug auf Startgeschwindigkeit zu beschleunigen, werden viele Liter Kerosin verbrannt. Selbiges gilt für das Abbremsen bei der Landung. Folglich sind es diese beiden Vorgänge, die beim Fliegen mit dem größten Treibstoffverbrauch darstellen. Bei nur einem Flug minimiert man diese also. 

Wann wird Fliegen umweltfreundlich?

Der große Erfolg der Elektromobilität im Bereich der Automobile und Fahrräder ist natürlich auch nicht an der Flugindustrie vorbeigegangen. Dementsprechend wird derzeit auf Hochtouren an umweltfreundlichen Alternativen zum Verbrennungsmotor bei Flugzeugen getüftelt. Hierbei gibt es viele Ideen, aber noch keinen gemeinsamen Nenner. So haben Wissenschaftler:innen bereits leistungsstarke Motoren auf Basis von Wasserstoff oder Elektrotechnik entwickelt. Auch die Nutzung von synthetisch hergestelltem Kerosin oder gar Biokerosin ist denkbar. Letztere dürften wohl als sogenannte Brückentechnologie zum Einsatz kommen. Wenn es nämlich nach dem Bundesumweltministerium geht, sollen bereits im 2030 alle Flugzeugtanks mit mindestens zwei Prozent der umweltfreundlichen Kerosin-Alternativen gefüllt sein.  

Umweltfreundlich fliegen – unsere Tipps

Fliegen muss nicht zwangsläufig eine Umweltsünde sein. Es gibt Möglichkeiten, den negativen Einfluss auf den Treibhauseffekt ein wenig im Zaum zu halten. Wir haben die vier wichtigsten Wege für Sie noch einmal aufgelistet.

1. Wenn möglich Economy-Class fliegen

Wir wissen, dass es unbequem ist, in der Economy-Class zu fliegen. Während Ihre Knie an den Sitz vor Ihnen drücken und Sie Schmerzen verspüren, sollten Sie sich aber vor Augen führen, dass Sie mit Ihrer Sitzplatzwahl nicht nur Geld gespart haben. Obendrein sind Sie eine geringere Belastung für die Umwelt als andere Passagier:innen in der Business- oder First-class.

2. Flüge kompensieren

Ein weiterer Weg, den ökologischen Fußabdruck trotz Flugreise ein wenig zu minimieren ist die CO₂-Kompensation. Inzwischen gibt es viele spannende Möglichkeiten, die negativen Auswirkungen einer Flugreise durch Spenden an Umweltschutzprojekte weltweit zu minimieren. So ist das Gewissen bei einer Flugreise wenigstens ein bisschen besser. 

3. Nur das nötigste Gepäck mitnehmen

Nicht nur das bloße Gewicht des Flugzeugs und der Passagier:innen sorgen für den immensen Kerosin-Verbrauch eines Flugzeugs. Natürlich bringt auch das Gepäck einiges auf die Waage. Wenn Sie für weniger Gewicht an Bord sorgen, verkleinern Sie folglich auch den verbrauchten Treibstoff. Eine frühzeitig geschriebene Checkliste mit all den Dingen, die Sie tatsächlich im Urlaub benötigen, kann dabei helfen, so wenig wie möglich mitnehmen zu müssen. Vielleicht genügt sogar das Handgepäck.

4. Die Fluggesellschaft macht den Unterschied

Informieren Sie sich um Vorhinein nicht nur darüber, welche Airline die billigsten Tickets anbietet. Auch andere Fakten sind wichtig, wenn Sie aktiv etwas gegen die Umweltbelastung Ihrer Reise tun möchten. Mit welchem Modell fliegt die Airline? Wie viele Passagier:innen kommen in dem Flugzeug unter? Diese und weitere Fragen können Ihnen dabei helfen, herauszufinden wie umweltschädlich Ihre Reise wirklich ist. 

Wie kann Flightright Ihnen weiterhelfen?

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Als Experten und Expertinnen zum Thema Fluggastrecht setzen wir ihr Recht auf Entschädigung gegenüber der Airline durch!

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